25.05.2021

Digitalisierung - Freund oder Feind im Unternehmen?

Die Digitalisierung ist in den letzten Jahren allgegenwärtig, und die meisten Organisationen sind von dieser Entwicklung betroffen. Durch die Pandemie waren und sind viele Menschen damit beschäftigt digitale Änderungen umzusetzen bzw. sind mit deren Auswirkungen konfrontiert. Aber worüber reden wir eigentlich?

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Worum geht es?                                  

Ich habe in diesem Jahr an mehreren Webinaren und Diskussionsrunden zu diesem Thema teilgenommen, ein Element ist allgegenwärtig: Es gibt keine gemeinsame Auffassung darüber, was Digitalisierung eigentlich ist und was sie bedeutet. Die Spanne beginnt an dem Punkt, an dem Papier durch elektronische Versionen ersetzt wird, und geht bis zum anderen Extrem vollautomatischer Fantasien, bei denen Künstliche Intelligenz den Menschen weitgehend ersetzt,                                           

Im Kontext einer Organisation ist es gut mit der Definition zu beginnen, wie die Digitalisierung intern wahrgenommen wird (es gibt Benchmarks und Skalen, die helfen, dies zu definieren, sowie zu verstehen, wo man eigentlich steht).                                           

                                             

Warum sich die Mühe machen?                                              

Die zweite und wahrscheinlich relevantere Frage ist, warum es tatsächlich sinnvoll ist, sich damit auseinanderzusetzen. Seit Jahrzehnten haben Kohorten von Beratern neue Tools verkauft, nette Präsentationen oder Anwendungsfälle gezeigt und angeboten, die perfekte digitale Lösung zu entwerfen. Aber darum geht es bei der Digitalisierung nicht - sie ist kein Zweck an sich, sondern ein Mittel.                                              

Professionelles Storytelling lenkt leicht ab und hat viele Organisationen dazu veranlasst, ein weiteres nettes Spielzeug (sorry - natürlich Tool) zu kaufen, das dann langsam in die Bedeutungslosigkeit versank.                                    

Die Realität holt gerne Ideen ein und zeigt, dass sich eine vermeintliche Lösung als unpassend für das Geschäftsmodell und die wirklich relevanten Ziele erweist. Vielleicht hängt ein neues Tool auch eng an einem Sponsor und wird vergessen, wenn dieser den Job wechselt.

Ganz zentral: Digitale Lösungen müssen sowohl dem Zweck als auch dem Prozess folgen, nicht umgekehrt.

Das bedeutet, dass es Klarheit braucht - was sind die Aufgaben, was die Ziele und was der jeweilige Kontext? Diese Fragen sollten klar beantwortet werden. Erst danach stellt sich die Frage, in welchen genauen Bereichen und in welchem Ausmaß Digitalisierung Sinn macht.

Nur so wird die Digitalisierung ein starker Verbündeter sein, um sowohl die Effizienz als auch die Effektivität von Organisationen zu verbessern.

                                             

Kritische Erfolgsfaktoren

Im Idealfall trägt die Digitalisierung dazu bei, betriebliche Funktionen und Prozesse auf eine andere (= die zukünftig benötigte) Ebene zu transformieren. Sie kann als Katalysator für diese bedeutende Veränderung wirken. Ich sehe sie jedoch weder als eine Einzellösung noch als isoliertes Unterfangen. Erfolgreiche Veränderungen beschränken sich nicht auf IT-Systeme und Werkzeuge, sondern erfordern einen ganzheitlichen Ansatz.

Ich sehe folgende Elemente als entscheidend für den Erfolg an:

  1. Klarheit über Zweck und Werttreiber, die für den Wandel sprechen
  2.                                                
  3. Sinnvolle Prozesse in einem ganzheitlichen Kontext - durchgängig und gut vernetzt
  4.                                                
  5. Angemessene analoge Fähigkeiten in der Organisation (d.h. bei den  Menschen), um die digitalen Ergebnisse gut zu nutzen
  6.                                                
  7. Neue Art der Zusammenarbeit, unterstützt durch digitale Erfolgsgeschichten  

Den Grad einer sinnvollen Digitalisierung möchte ich nicht verallgemeinern - während für die eine Organisation ein rudimentärer Ansatz ausreicht, könnte es für eine andere am besten sein, ihre Aktivitäten vollständig zu digitalisieren.                     

Digitalisierung hat viele Komponenten und wirkt vielschichtig - auch auf die Menschen in einer Organisation, auf ihr Zusammenwirken und die Art und Weise der Entscheidungsfindung: mehr dazu ein anderes Mal.